Ehemalige Deponie
„Halde Ellinghorst“ in Gladbeck

Gasdränage schützt Gesundheit der Anwohner

Zu einem Refugium für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelte sich die ehemalige städtische Deponie am Südrand von Gladbeck. In der Tiefe jedoch zersetzt sich nach wie vor ganz allmählich der Hausmüll aus den 1960er und 1970er Jahren. Deponiegase wie Methan und Kohlendioxid, die dabei entstehen, könnten in jene Gebäude gelangen, die unmittelbar am Deponierand stehen. Um die Anwohner der Halde Ellinghorst davor zu schützen, baute der AAV zusammen mit der Stadt Gladbeck und dem Kreis Recklinghausen am Nordost- und Südostrand der Halde eine Gasdränage, die die flüchtigen Schadstoffe von Schul- und Wohngebäuden fernhält.

Projektübersicht

Der Abfall aus Gladbecker Haushalten

landete mehr als 20 Jahre lang zusammen mit Baumischabfällen, Bergematerial samt Kohlenresten sowie mit Asche und Schlacken auf der städtischen Deponie am südlichen Stadtrand. Seit den 1970er-Jahren wird die Deponie im Stadtteil Ellinghorst nicht mehr genutzt und die rund 25 Hektar große Fläche begrünte sich.

Seit 2001 steht die frühere Deponie unter Naturschutz,

denn hier entstand ein Mosaik aus Offenlandbereichen mit wechselfeuchten Mulden und Senken sowie Gebüsch- und Waldstrukturen. So entwickelte sich die Halde an der Stadtgrenze zu Bottrop zu einem wichtigen Ausweichgebiet für Flora und Fauna innerhalb des städtischen Ballungsraumes.

In der Tiefe jedoch entstehen noch immer Deponiegase

– insbesondere Methan und Kohlendioxid. Dies wurde im Rahmen der regelmäßigen Überwachung der „Halde Ellinghorst“ festgestellt. Um dauerhaft sicherzustellen, dass diese Gase nicht die menschliche Gesundheit gefährden, wurde eine Gasdränage errichtet. Diese verhindert, dass schädliche Gase in Wohn- und Schulgebäude eindringen, die sich in unmittelbarer Nähe zum Deponierand befinden. Einzelne Grundstücke, bei denen besonders auffällige Deponiegas-Gehalte in den Bodenluft-Messstellen festgestellt wurden, können nicht durch die Gasdränage erfasst werden. Diese erhalten mit Dränrohren eigene Anschlüsse an die Gasdränage, durch die die Deponiegase abgeführt werden sollen.

Umfangreiche Kampfmittel-Untersuchungen waren nötig,

bevor Mitte November 2017 die Arbeiten an der passiven Gasdränage am Südost- und Nordostrand der ehemaligen Mülldeponie beginnen konnten. Da das gesamte Gebiet während des Zweiten Weltkrieges besonders stark von Bombenabwürfen betroffen war, wurden fast 400 Sondierungen niedergebracht und ausgewertet.

Zusätzliche Zeit und Kosten

beanspruchte ein unerwartet aufwendiger Arbeitsschutz, der nötig wurde, als sich in einzelnen Bauabschnitten überraschend große Mengen KMF-haltigen Materials fanden. Die künstlichen Mineralfasern waren bei den Voruntersuchungen nicht entdeckt worden.

Kokosmatten, Rasenansaat und eine Neubepflanzung

verhindern vor allem am südöstlichen Haldenrand, wo die Böschung abgetragen und anschließend wiederaufgebaut wurde, ein Abrutschen des Hangs und schützen dauerhaft vor Erosion.

Einzelne Häuser und Gärten am nördlichen Deponierand

lassen sich durch die passive Gasdränage nicht erfassen und erhalten mittels Schrägbohrungen eigene Anschlüsse an die Dränage. Auch vor diesen abschließenden Arbeiten im Herbst 2018 /Winter 2019 sind noch weitere umfangreiche Kampfmitteluntersuchungen nötig.