Ehemalige Autowerkstatt an der Martinstraße in Olpe
Alte Tanks und Schwermetalle
Als das traditionsreiche Autohaus gleich neben der Stadthalle 2003 schloss, kaufte die Stadt Olpe das Grundstück. Dringend benötigte Parkplätze sollen hier nach der Sanierung entstehen.
Das Autohaus an der Martinstraße eröffnete 1919 – in wirtschaftlich schweren Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg, als in ganz Deutschland erst ein paar Zehntausend Autos auf dem kaum ausgebauten Straßennetz unterwegs waren. Parkplatz-Probleme gab es damals noch nicht.
Im Laufe der Jahrzehnte passte sich das Autohaus immer wieder an den sich wandelnden Markt und an die veränderten Bedürfnisse der Kundschaft an. Unter anderem wurde in den 1950er-Jahren eine unterirdische Tankanlage mit zwei Kraftstoffbehältern und neuen Zapfsäulen in Betrieb genommen, 1967 wurde die Werkstatt um einen Altöltank erweitert.
Werkstatt schloss 2003
Die Zapfanlage mit den beiden Tanks wurde zurückgebaut und die Tanks südlich der Werkstatt eingesandet, als das Autohaus 1982 vorübergehend schloss. Der Eigentümer vermietete die Fläche an einen Betrieb, der auch weiterhin Fahrzeuge verkaufte und reparierte. Erst 2003 endete die Auto-Geschichte des Standorts und die Stadt Olpe kaufte das Grundstück.
Schwermetalle in den Aufschüttungen
Noch im gleichen Jahr ließ die Stadt erste Untersuchungen auf schädliche Verunreinigungen des Bodens durchführen, die 2015 ergänzt wurden. Gefunden wurden lokale Belastungen durch MKW, erhöhte Schwermetallgehalte in den Geländeaufschüttungen sowie weitere unterirdische Tankbehältnisse. Also meldete Olpe das zentral gelegene Grundstück 2016 als Flächenrecyclingmaßnahme beim AAV an.
Asbest in den Betriebsgebäuden
Die Sanierungsuntersuchung bestätigte 2020 die zuvor gewonnen Erkenntnisse über die Verunreinigungen des Bodens. Zudem fand sich Asbest in Verkleidungen von Rohrleitungen und in der Bedachung der ehemaligen Betriebsgebäude, die seit 2003 brach lagen. Deshalb mussten während des Rückbaus konsequent die Sicherheitsmaßnahmen für den Ausbau schwachgebundener Asbestverkleidungen umgesetzt werden. Eine zusätzliche Herausforderung stellte die enge Bebauung in der Olper Innenstadt dar: Während der gesamten Bauzeit wurden Erschütterungsmessungen in zwei Nachbargebäuden durchgeführt.
Neue Parkplätze an der Stadthalle
Der Austausch des belasteten Bodens bis in Tiefen von zwei Metern war im Frühjahr 2025 abgeschlossen, so dass Olpe nun über 1.600 m2 in guter Innenstadtlage gleich bei der Stadthalle verfügt. Nutzen will man die Fläche für die Schaffung zusätzlicher Parkplätze, an denen es in der Kreisstadt am Biggesee seit vielen Jahren mangelt.