Sanierungsstart nach Großbrand

Ehemaliger Bauhof am Bahnhof in Soest

Die Altlastensanierung auf der ehemaligen Industrie- und Gewerbefläche südlich der Soester Innenstadt sollte ohnedies 2018 beginnen, die Sanierungsplanung lief bereits. Dann machte im April 2018 der Brand einer alten Werkshalle ein beschleunigtes Handeln nötig, denn die ausgebrannte Ruine war extrem einsturzgefährdet.

Projektübersicht

Projektname:
Ehemaliger Bauhof am Bahnhof in Soest

Projektzeitraum:
2015 (Sanierungs-Untersuchung) bis voraussichtlich 2024; der Rückbau der ausgebrannten Halle war 2018 abgeschlossen.

Standort:
250 Meter nördlich des Soester Bahnhofs

Fläche:
8,1 Hektar

Bisherige Nutzung:
industrielle bzw. gewerbliche Nutzung seit 1860, zunächst durch ein Walzwerk, zuletzt unter anderem als Bauhof

Belastung des Bodens durch:
Schwermetalle (vor allem Blei und Zink), Arsen, unterschiedliche Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Besondere Herausforderungen:
Vom alten Walzwerk verblieben Fundamente und Schienensysteme im Untergrund; Schadstoffe fanden sich in Tiefen bis zu fünf Metern, so dass rund 26.000 m3 Boden ausgekoffert werden müssen; der Brand einer alten Werkshalle setzte 2018 zusätzliche Schadstoffe frei und machte zudem ein beschleunigtes Handeln erforderlich, da die verbliebene Ruine stark einsturzgefährdet war.

Kosten:
7,8 Mio. Euro, davon 1,2 Mio. für den Rückbau der ausgebrannten Halle

Neue Nutzung:
Gewerbe- und Wohngebiet

Die „Deutschlandhalle“ ging am 19. April 2018 in Flammen auf.

Trotz des stundenlangen Einsatzes von 150 Feuerwehrkräften aus dem gesamten Kreisgebiet wurde das rund 6.000 m² große ehemalige Betriebsgebäude südlich des Soester Bahnhofs völlig zerstört.


Die verbliebene Ruine

in der Westhälfte des Projektgebiets war stark einsturzgefährdet. Deshalb verständigten sich der AAV und seine Projektpartner umgehend darauf, schnell aktiv zu werden: Die Gebäudereste wurden im Rahmen einer Sofortmaßnahme noch im Sommer 2018 oberirdisch abgebrochen. Die Stadt Soest hatte die erforderliche Abbruchgenehmigung zügig erteilt, nachdem das ursprüngliche Rückbaukonzept um eine aktuelle Analytik auf brandbürtige Schadstoffe ergänzt worden war.


Der Brand hatte zusätzliche Schadstoffe freigesetzt.

Eine ergänzende Untersuchung zeigte, dass brennende und herabtropfende Dachpappe Belastungen mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verursachte. Zudem setzten große Filterbehälter, die im Feuer zerstört wurden, Blei frei. Diese Schadstoffe verteilten sich durch das Feuer und die Löscharbeiten offenbar flächenhaft auf dem Gelände, was die Separierung der Abfallfraktionen deutlich erschwerte und die Entsorgung verteuerte. Trotz alledem war der Abbruch bereits im Oktober 2018 abgeschlossen. Die Sanierungsplanung für weiteren Schritte der Flächenaufbereitung stellte der AAV im April 2019 zunächst ein, weil die Projektbeteiligten derzeit noch Details der Folgenutzung prüfen und erörtern.


Neuer Wohnraum soll auf Teilen der Fläche entstehen,

die seit 2012 der WMS Wirtschaft & Marketing Soest GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt, gehört. Deshalb wurden die geplanten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zur weiteren Aufbereitung der Altlast erforderlich, die der AAV in Kooperation mit der Stadt Soest, der WMS und dem Kreis Soest durchführt.


Nach dem Abbruch der ausgebrannten Betriebshalle

und vor dem Bau neuer Wohnhäuser muss kontaminierter Boden abgetragen werden – insgesamt rund 26.000 m³. Die externe Entsorgung dieser großen Menge wäre mit allzu hohen Kosten verbunden. Deswegen favorisieren die Projektpartner ein anderes Verfahren, mit dem der AAV bereits vielerorts gute Erfahrungen gesammelt hat: Der belastete Boden wird in ein Landschaftsbauwerk vor Ort umgelagert und dort sicher verwahrt. Für die künftigen Anwohner heißt das: Es entsteht eine reizvoll gestaltete Grünanlage und Erholungsfläche. Wie genau die gesamte Fläche genutzt und gestaltet wird, soll noch in diesem Jahr Gegenstand eines städtebaulichen Wettbewerbs sein.


150 Jahre lang

wurde die gut acht Hektar große Fläche bis 1996 zunächst schwerindustriell, dann gewerblich genutzt. Entsprechend vielfältig und tiefgründig sind die Verunreinigungen des Bodens mit unterschiedlichen Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), PAK sowie mit den Schwermetallen Blei, Kupfer und Zink. Schadstoffe fanden sich sowohl oberflächennah als auch in Tiefen von bis zu fünf Metern, jedoch nicht im Grundwasser.


Die Schwermetalle

stammen vor allem aus der Zeit zwischen 1860 und 1928, als hier ein Walzwerk betrieben wurde. Später diente die Fläche bis 1996 einem Tiefbau-Unternehmen als Bauhof. Rechtzeitig vor der geplanten Sanierungsmaßnahme wird in 2020 ein derzeit noch ansässiges Unternehmen den Standort verlassen.

Soest

Zurück