Sanierung stoppt die Grundwasser-Verunreinigung

Ehemalige Zeche und Kokerei Massen 3/4 – Nordteil in Unna

Mit der Kernschadensanierung unterhalb des alten Klärteichs einer ehemaligen Kokerei in Unna unterbindet der AAV nachhaltig eine fortwährende Belastung des Grundwassers durch unterschiedliche Kohlenwasserstoffe. Rund acht Meter tief waren hier Teeröle in den Boden eingedrungen.

Projektübersicht

Projektname:
Ehemalige Zeche und Kokerei Massen 3/4 – Nordteil in Unna

Standort:
am westlichen Stadtrand von Unna

Fläche:
10 Hektar

Bisherige Nutzung:
von 1912 bis 1926 Betriebsgelände der Zeche Massen 3/4 und der zugehörige Kokerei; aktuell ist ein Autoverwertungsbetrieb ansässig

Belastung des Bodens:
Im Bereich eines ehemaligen Klärteiches wurden Teeröle gefunden, die kokereispezifische Schadstoffe aufweisen.

Besondere Herausforderungen:
Erstens finden sich große Schadstoffmengen in bis zu neun Metern Tiefe, so dass auch das Grundwasser belastet wird. Zweitens mussten öffentlich-rechtliche Verträge mit unterschiedlichen Eigentümern geschlossen werden.

Kosten:
6,1 Mio. Euro

Neue Nutzung:
Gewerbe

Die Schachtanlage Massen 3/4 schloss vor über 90 Jahren,

die zugehörige Kokerei wurde kurz darauf abgerissen – und heute ist praktisch nichts mehr zu sehen von der alten Zeche im Westen von Unna. Im Boden jedoch hinterließ vor allem die Kokerei, die bis 1926 lediglich 14 Jahre in Betrieb war, deutliche Spuren: Bis in Tiefen von acht Metern und sogar im Grundwasser finden sich kokerei-typische Schadstoffe, darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie Naphthalin, Phenole, Ammonium sowie Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylole (BTEX).


Einen ehemaligen Klärteich

ermittelte die Sanierungsuntersuchung für den Nordteil des alten Zechengeländes als Hauptquelle für die Kontamination des Grundwassers. Von dort aus breiten sich im Abstrom des Geländes Teeröle und weitere Schadstoffe Grundstücke aus. Die Verunreinigungsfahne ließ sich bis zum Pumpwerk an der Wasserkurler Straße weiterverfolgen.


Um den Schadenstoffherd nachhaltig zu beseitigen,

wird die Bodensanierung im Bereich des ehemaligen Klärteichs in zwei Phasen durchgeführt. Phase 1 war im Oktober 2018 abgeschlossen: Auf dem Gelände eines Autoverwerters gruben Bagger unmittelbar vor einer rund 120 Meter langen Halle zunächst eine zweieinhalb Meter tiefe und rund 1500 m² große Grube. Darin kam dann ein Großlochbohrgerät zum Einsatz. Durch rund 300 sich überschneidende Bohrungen im Durchmesser von jeweils zwei Metern wurde der belastete Boden bis in eine Tiefe von acht Metern entfernt und durch sauberen Boden ersetzt. Den belasteten Boden sammelte man auf einer speziell abgedichteten Fläche, bevor er abtransportiert und fachgerecht entsorgt wurde.


In Phase 2 muss die Halle zurückgebaut werden,

damit an dieser Stelle und in der westlich anschließenden Dortmunder Straße der Boden ebenfalls mittels Großlochbohrung ausgetauscht werden kann. Diese Phase beginnt voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2019.

Unna

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