Hattingen, den

Düren: Sanierungsstart auf der Fläche einer ehemaligen Industriewäscherei

Gemeinsame Pressemitteilung von AAV und Kreis Düren

Ab Anfang Februar beginnen im Auftrag des AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung die Vorarbeiten für die geplante Boden- und Grundwassersanierung auf dem rund 3.800 m² großen Grundstück der ehemaligen Industriewäscherei Hünerbein in Düren. Bis Ende Dezember 2023 erfolgte die vorlaufende Beweissicherung der umliegenden Gebäude; nun werden die bestehenden Versiegelungen und die verbliebene Bausubstanz zurückgebaut. Alle Arbeiten im Rahmen der Sanierungsschritte erfolgen in enger Abstimmung mit dem Vertragspartner des AAV, dem Kreis Düren.

Ab Ende Februar 2024 wird dann der mit leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen (LHKW) und Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) belastete Boden durch ein sogenanntes Großlochbohrverfahren ausgetauscht. Dabei wird der belastete Boden mit einem Bohrgerät mit einem Bohr-Durchmesser von ca. 1,5 Metern bis in eine Tiefe von ca. acht Metern ausgebohrt. Das dabei entstehende Bohrloch wird direkt wieder mit unbelastetem Boden verfüllt und der belastete Boden fachgerecht entsorgt. Insgesamt werden rund 7.000 Tonnen Boden/Bauschutt ausgetauscht, was etwa 300 LKW-Fuhren entspricht. Diese Arbeiten sollen bis Ende August 2024 abgeschlossen sein.

Bereits vor dem Bodenaustausch wird eine Grundwasserreinigungsanlage installiert, die das belastete Grundwasser fördert und reinigt. Diese wird über die eigentliche Bauzeit hinaus für etwa ein bis zwei Jahre in Abhängigkeit von der Restbelastung weiterbetrieben und fachgutachterlich überwacht.

Arbeits- und Anwohnerschutz mit Priorität

Höchste Priorität haben der Arbeits- und Anwohnerschutz. Dafür wurde ein Arbeits- und Sicherheitsplan erstellt, der insbesondere die Eigenschaften der Schadstoffe sowie die zu treffenden Schutzmaßnahmen beschreibt, aber auch den ordnungsgemäßen und sicheren Baustellenbetrieb sicherstellt.

Durch Befeuchtung und Aufkehren wird sichergestellt, dass die Anwohner vor Staubemissionen geschützt sind. Kontaminationsverschleppungen von belastetem Bodenmaterial werden durch geeignete technische Maßnahmen verhindert. Für die Fahrzeuge, die die Baustelle verlassen, ist ein Waschplatz zur Reinigung vorgesehen. Kontaminiertes Wasser, das bei den Arbeiten anfällt, wird aufgefangen und der Grundwasserreinigungsanlage zugeführt. Daneben werden erschütterungs- und lärmarme Baugeräte eingesetzt. Im Vorfeld der Maßnahme sowie nach deren Abschluss erfolgt die Beweissicherung umliegender Gebäudesubstanz, um etwaige Schäden erkennen und ggf. beheben zu können.

Kosten der Sanierung

Die Gesamtkosten der Sanierung in Höhe von rund vier Mio. € trägt zu 80 % der AAV; der Kreis Düren übernimmt 20 % der Kosten.

Hintergrund

Die Firma Hünerbein GmbH & Co. KG betrieb auf dem Altstandort im Zeitraum von 1968 bis 1998 eine Industriewäscherei für Berufskleidung und gewerbsmäßig genutzte Putzlappen. Im Anschluss an die Betriebsstilllegung im Jahr 1998 erfolgte im Auftrag des Kreises Düren eine Gefährdungsabschätzung, die eine erhebliche Kontamination des Bodens mit LHKW und MKW sowie des Grundwassers mit LHKW ergab. Eine Sanierungsuntersuchung im Auftrag des Kreises Düren wurde in den Jahren 2003 bis 2005 durchgeführt. Nach Übernahme des Projektes durch den AAV veranlasste dieser eine ergänzende Sanierungsuntersuchung, um die Schadstoffbelastungen sowohl horizontal als auch vertikal weiter einzugrenzen und ein passendes Sanierungskonzept zu erarbeiten. Im Jahr 2010 wurden die Gebäude oberirdisch zurückgebaut.

Die Zukunft des Geländes

Nach Abschluss der Sanierung soll die Fläche gewerblich genutzt werden. Anfragen interessierter Betriebe liegen vor.

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Der AAV ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. So schützt der AAV Mensch und Umwelt vor Gefahren. Und macht zugleich wertvolle, meist attraktiv gelegene und gut erschlossene Flächen neu nutzbar. Damit unterstützt der AAV die Landesregierung wirkungsvoll bei ihrem Ziel, den Verbrauch von Natur- und Freiflächen zu reduzieren. Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem in über 30 Jahren erworbenem Know-how bis zu 80 % der Finanzierung auf. Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen. Sie unterstützen damit die gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben des AAV. Und profitieren zugleich von den Erfahrungen und dem Sachverstand des interdisziplinären AAV-Teams, das die Unternehmen rechtlich und fachlich unterstützt.

 

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Postfach 80 01 47
45501 Hattingen

Werksstraße 15
45527 Hattingen

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Der AAV ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. So schützt der AAV Mensch und Umwelt vor Gefahren. Und macht zugleich wertvolle, meist attraktiv gelegene und gut erschlossene Flächen neu nutzbar. Damit unterstützt der AAV die Landesregierung wirkungsvoll bei ihrem Ziel, den Verbrauch von Natur- und Freiflächen zu reduzieren. Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem in über 30 Jahren erworbenem Know-how bis zu 80 % der Finanzierung auf. Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen. Sie unterstützen damit die gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben des AAV. Und profitieren zugleich von den Erfahrungen und dem Sachverstand des interdisziplinären AAV-Teams, das die Unternehmen rechtlich und fachlich unterstützt.

 

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Ansprechpartnerin

Sabine Schidlowski-Boos M.A.

Telefon: 02324 5094-30
Telefax: 02324 5094-70

E-Mail: s.boos@aav-nrw.de