Hattingen, den

Blaues Klassenzimmer und Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse

Vom Altlasten-Areal zum Naherholungsgebiet, von der Müllkippe zur grünen Lunge: Das Gelände der ehemaligen Deponie Brandheide im Stadtteil Merklinde hat sich in den vergangenen zwei Jahren gewandelt. Nach erfolgter Sanierung sind Entwicklung und Aufwertung des Areals nicht nur sichtbar, sondern auch erlebbar.

„Nach mehr als zwei Jahrzehnten, die Vorbereitung, Planung und das Genehmigungsverfahren in Anspruch genommen haben“, erklärt Thorsten Werth-von Kampen, stellvertretender EUV-Vorstand und zuständiger Ressortleiter beim Stadtbetrieb, „ist die Sanierung der ehemaligen Deponie Brandheide mittlerweile abgeschlossen.“ Das Bachbett des Mühlenbaches verläuft jetzt offen und mäandrierend über das ehemalige Deponiegelände, Brückenbauwerke führen über den Bach, neu angelegte Wegeverbindungen ermöglichen einen Spaziergang über das Areal. Zudem wurden zahlreiche Maßnahmen zum Gewässerschutz ergriffen – von der Trennung und Abkopplung des Sickerwassers sowie der Errichtung einer Pflanzenkläranlage über den Einbau von Spundwänden, der Schaffung eines Retentionsraumes sowie eines Kaskadenbauwerkes, dem Bau von Tiefendrainagen bis hin zu Arbeiten am örtlichen Mühlenteich und der Optimierung des dortigen Pflanzenbestandes.

Aufforstung mit 7000 Jungbäumen

Ende 2019/Anfang 2020 wurden schließlich kombinierte Rodungs- und Aufforstungsarbeiten an dem auf der Deponie befindlichen Waldstück vorgenommen. Ziel und Sinn dieser Maßnahme: die Verdunstungsrate verbessern und das zufließende Sickerwasser minimieren. „Im Zuge der Aufforstung wurden 7000 Jungbäume neu gepflanzt und eine Streuobstwiese angelegt“, berichtet Susanne Brannhoff, zuständige Umweltingenieurin beim EUV Stadtbetrieb, und fügt erklärend hinzu. „Um die jungen Bäume zu schützen, wurden sie mit einem sogenannten Verbissschutz versehen.“

Und mehr noch ist auf dem Areal und zum Schutz von Flora und Fauna passiert: Es wurden Ansitzstangen für Greifvögel aufgestellt. Darüber hinaus wurden Nisthilfen angebracht – für Vögel und Fledermäuse.

Blaues Klassenzimmer

„Im Rahmen der Sanierung konnten wir neben der Entschlammung des Mühlenteiches und der Erweiterung des dortigen Pflanzenbestandes auch die Einrichtung eines ‚Blauen Klassenzimmers‘ ermöglichen“, erklärt Thorsten Werth-von Kampen. Dies sei Wunsch der benachbarten Lindenschule sowie der Bürgerinnen und Bürger gewesen.

Seit März dieses Jahres ist das „Blaue Klassenzimmer“ am Mühlenteich nun eingerichtet. Ein Halbrund aus Steinen bietet am Mühlenteich jetzt eine weitere Möglichkeit, die Natur zu erleben. Schul- und Kindergartenkinder können hier Platz nehmen, Tiere beobachten und die Pflanzenwelt erkunden.

Als Sitzgelegenheiten dienen große Steine, die aus der Kreidezeit stammen. „Es finden sich sogar Einschlüsse von alten Pflanzen an den Steinen“, erklärt Susanne Brannhoff, „dies ist besonders gut an dem ‚Lehrerstein‘ zu erkennen, hier sind dunkle Einschlüsse sehr gut zu erkennen.“

Sanierung der Straße Brandheide

Nach den Sanierungs- und Optimierungsmaßnahmen auf und an dem ehemaligen Deponie-Areal steht zum Schluss noch die Erneuerung der Straße Brandheide an. Die Arbeiten sollen im dritten Quartal 2020 beginnen und betreffen die Straße Brandheide von der Einmündung Merklinder Straße über eine Länge von circa 600 Metern.

Hintergrund

Das 16,4 Hektar große Gebiet der ehemaligen Deponie Brandheide an der Stadtgrenze zu Dortmund wurde von 1959 bis 1972 zur Ablagerung von Hausmüll, Schutt und teerbehafteten Abfällen benutzt. Erst danach wurden entsprechende Vorschriften zum Abfallrecht beschlossen. Seit 1989 ist die Fläche in der intensiven Aufbereitung durch die Stadtverwaltung bzw. seit 1996 durch den EUV Stadtbetrieb.

Zum dauerhaften Schutz des Grundwassers und des Oberflächengewässers vor den vor allem von Teerschlämmen ausgehenden Gefahren wurde ein Sanierungsplan nach Bundesbodenschutzgesetz erstellt und von der zuständigen Behörde für verbindlich erklärt. Partner der Sanierung sind das Land Nordrhein-Westfalen, der Kreis Recklinghausen, die Stadt Castrop-Rauxel mit dem EUV Stadtbetrieb und insbesondere der AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung. Unter der Federführung des AAV wurde das Areal seit Anfang 2018 saniert und bis zum Frühjahr 2019 zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet. Die Hauptsanierungsarbeiten wurden abschnittsweise durchgeführt.

„Die Sanierung der ehemaligen Deponie war eine anspruchsvolle Aufgabe, die gemeinsam sehr gut gelöst werden konnte. Die ökologische Aufwertung und das Naherholungsgebiet machen die Fläche jetzt zusätzlich wertvoll, worauf wir stolz sein können“, erklärt Dr. Roland Arnz, Geschäftsführer des AAV.

„Aus der ehemaligen Deponiefläche ist ein grünes Areal geworden, das für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich ist“, betont EUV-Vorstand Michael Werner. „Wir, der EUV Stadtbetrieb möchten uns für die gute und konstruktive Kooperation nochmals beim AAV, bei den bauausführenden Firmen, den beteiligten Gutachtern und nicht zuletzt bei den Bürgerinnen und Bürgern, die die Maßnahme konstruktiv begleitet haben, bedanken.“

Folgende Medien bieten wir zu dieser Meldung an:

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Der AAV ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. So schützt der AAV Mensch und Umwelt vor Gefahren. Und macht zugleich wertvolle, meist attraktiv gelegene und gut erschlossene Flächen neu nutzbar. Damit unterstützt der AAV die andesregierung wirkungsvoll bei ihrem Ziel, den Verbrauch von Natur- und Freiflächen zu reduzieren. Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem in über 30 Jahren erworbenem Know-how bis zu 80 % der Finanzierung auf. Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen. Sie unterstützen damit die gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben des AAV. Und profitieren zugleich von den Erfahrungen und dem Sachverstand des interdisziplinären AAV-Teams, das die Unternehmen rechtlich und fachlich unterstützt.

 

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Postfach 80 01 47
45501 Hattingen

Werksstraße 15
45527 Hattingen

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Der AAV ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. So schützt der AAV Mensch und Umwelt vor Gefahren. Und macht zugleich wertvolle, meist attraktiv gelegene und gut erschlossene Flächen neu nutzbar. Damit unterstützt der AAV die andesregierung wirkungsvoll bei ihrem Ziel, den Verbrauch von Natur- und Freiflächen zu reduzieren. Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem in über 30 Jahren erworbenem Know-how bis zu 80 % der Finanzierung auf. Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen. Sie unterstützen damit die gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben des AAV. Und profitieren zugleich von den Erfahrungen und dem Sachverstand des interdisziplinären AAV-Teams, das die Unternehmen rechtlich und fachlich unterstützt.

 

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Ansprechpartnerin

Sabine Schidlowski-Boos M.A.

Telefon: 02324 5094-30
Telefax: 02324 5094-70

E-Mail: s.boos@aav-nrw.de