Hattingen, den - Gemeinsame Pressemitteilung von AAV und Ennepe-Ruhr-Kreis

Altablagerung „An der Schlinke“: Umweltminister Krischer informiert sich zum Stand der Sanierung

 

Von links nach rechts: Dr. Roland Arnz, AAV-Geschäftsführer, Olaf Schade, Landrat Ennepe-Ruhr-Kreis, 4.v.r.: Lars König, Bürgermeister der Stadt Witten, Umweltminister Oliver Krischer. (c) AAV

Am Mittwoch, den 06.12.2023 informierten sich neben NRW-Umweltminister Oliver Krischer der Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises, Olaf Schade, und der Wittener Bürgermeister, Lars König, über den Stand der Sanierungsarbeiten bei der Altablagerung „An der Schlinke“ in Witten-Annen.

Mitte September 2023 haben dort unter der Federführung des AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung die Arbeiten zur Trockenlegung der stillgelegten Deponie durch ein Dränagesystem begonnen. Dr. Roland Arnz, Geschäftsführer des AAV hob die Bedeutung der Sanierung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen AAV und Kreisverwaltung hervor: „Mir ist es ein großes Anliegen, dass alle Arbeiten immer eng mit unserem Vertragspartner, dem Ennepe-Ruhr-Kreis, abgestimmt sind.“

Für die Trockenlegung der Altablagerung, die gegenwärtig an der Basis in Kontakt mit dem Grundwasser steht, wird ausgehend von einem Schacht ein Dränagesystem unterhalb der Altablagerung hergestellt. Zunächst erfolgte dafür die Profilierung des Arbeitsbereichs, u. a. in den Bereichen der Zufahrt und des Zwischenlagers. Seit Mitte Oktober wird der Schacht mit bis zu 10 Meter Durchmesser und ca. 20 Meter Tiefe gebaut. Das beauftragte Bauunternehmen hat das Gestein hierzu zunächst mit Baggern gelöst.

Der weitere Vortrieb wird demnächst durch Sprengarbeiten fortgesetzt. Die Medien und die betroffenen Anwohner werden vor Beginn der Sprengungen rechtzeitig darüber informiert.

Nach Fertigstellung des Schachtes sind in einer weiteren Umsetzungsphase ab etwa März 2024 Bohrarbeiten geplant, bei denen mit einem speziellen horizontalen Bohrverfahren die bis zu 85 Meter langen Dränagen unterhalb der Deponie hergestellt werden. Voraussichtlich Ende 2024 werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

„Mit den hier vor Jahrzehnten illegal abgelagerten Abfällen sind große Gefahren verbunden, sie dauerhaft zu beseitigen, ist für alle Beteiligten herausfordernd. Die Sickerwasserreinigungsanlage war eine gute Zwischenlösung, das Drainagesystem wird jetzt nachhaltig und endgültig für den notwendigen Schutz des Grundwassers sorgen“, machte Landrat Olaf Schade deutlich.

Ziel der Maßnahmen: Reduzierung des Sickerwassers

Durch das Dränagesystem wird der Eintrag von verunreinigtem Sickerwasser in das Grundwasser deutlich reduziert. Optional ist in einer weiteren Projektphase noch eine Oberflächenabdichtung vorgesehen, um die Neubildung von Sickerwasser durch Oberflächenwasser zu unterbinden. Im Zusammenwirken von Dränagesystem und Oberflächenabdichtung wird die Altdeponie auf dieses Weise langfristig trockengelegt. Bis zur Austrocknung ist im geförderten Grundwasser jedoch noch mit Schadstoffbelastungen zu rechnen, so dass das Wasser nach Inbetriebnahme des Dränagesystems über eine vorhandene Behandlungsanlage weiter gereinigt werden muss, bevor es in den Kanal eingeleitet werden kann.

Arbeiter- und Anwohnerschutz

Oberste Priorität bei den Arbeiten hat der Schutz der auf der Baustelle tätigen Personen sowie der Anwohner. Bürgermeister Lars König betonte: „Mir ist wichtig, dass die beauftragte Baufirma die Arbeiten auf jeden Fall lärm-, erschütterungs- und staubarm durchführt, um die Belastungen für die Anwohner möglichst gering zu halten. Dazu gehören gutachterliche Begleitung und messtechnische Überwachung.“

Hintergrund

Bei der ca. 6.000 m² großen Altablagerung handelt es sich um einen ehemaligen Steinbruch, der nach Abschluss der Sandsteingewinnung in den 1950er/1960er Jahren als behördlich nicht genehmigte Mülldeponie genutzt wurde. Im nördlichen ca. 3.000 m² großen Bereich des ehemaligen Steinbruchs wurden Abfälle aus der Pentachlorphenol- und Holzschutzmittelproduktion sowie sonstige Werksabfälle von örtlichen Industriebetrieben unsachgemäß deponiert. Im südlichen Teil des Standortes wurden während des Steinbruchbetriebes mineralische Reststoffe abgelagert. In ersten Untersuchungen 1985 wurden bereits Belastungen mit Pentachlorphenol, Dioxinen sowie Furanen in der Altablagerung und im Grundwasser festgestellt. Daher wird seit dem Jahr 2000 auf dem Standort eine Sickerwasserreinigungsanlage betrieben.

Im Jahr 2005 wurde zwischen dem AAV und dem Ennepe-Ruhr-Kreis ein erster öffentlich-rechtlicher Vertrag zur Durchführung einer Sanierungsuntersuchung mit anschließender Sanierungsplanung geschlossen. Schnell wurde klar, dass aufgrund der schwierigen hydrogeologischen Standortrahmenbedingungen hohe Ansprüche an die in Frage kommenden Sanierungsverfahren zu stellen sind. In einer Machbarkeitsstudie (2008/2009) wurden verschiedene Verfahren auf ihre Eignung am Standort der Altablagerung überprüft. Auf Grundlage der umfangreichen Voruntersuchungen wurde schließlich beschlossen, die sogenannte Erbstollentechnik – ein aus dem Bergbau bekanntes Verfahren – einzusetzen. Dabei wird die Altablagerung zur Herstellung eines Dränagesystems unterfahren. Das natürliche Gefälle des zerklüfteten Gesteins im Untergrund nutzend, kann dann die Entwässerung des Sickerwassers aus der Deponie in einen Sammelschacht erfolgen. Von hier aus wird das gesammelte Wasser im freien Gefälle über eine Leitung in ein Rigolensystem geführt. Als Schachtstandort wurde ein Bereich südlich des Grundstücks gewählt, der nach den Untersuchungsergebnissen als unbelastet eingestuft wurde.

 

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Der AAV ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. So schützt der AAV Mensch und Umwelt vor Gefahren. Und macht zugleich wertvolle, meist attraktiv gelegene und gut erschlossene Flächen neu nutzbar. Damit unterstützt der AAV die Landesregierung wirkungsvoll bei ihrem Ziel, den Verbrauch von Natur- und Freiflächen zu reduzieren. Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem in über 30 Jahren erworbenem Know-how bis zu 80 % der Finanzierung auf. Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen. Sie unterstützen damit die gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben des AAV. Und profitieren zugleich von den Erfahrungen und dem Sachverstand des interdisziplinären AAV-Teams, das die Unternehmen rechtlich und fachlich unterstützt.

 

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Postfach 80 01 47
45501 Hattingen

Werksstraße 15
45527 Hattingen

Zurück

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Der AAV ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. So schützt der AAV Mensch und Umwelt vor Gefahren. Und macht zugleich wertvolle, meist attraktiv gelegene und gut erschlossene Flächen neu nutzbar. Damit unterstützt der AAV die Landesregierung wirkungsvoll bei ihrem Ziel, den Verbrauch von Natur- und Freiflächen zu reduzieren. Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem in über 30 Jahren erworbenem Know-how bis zu 80 % der Finanzierung auf. Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen. Sie unterstützen damit die gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben des AAV. Und profitieren zugleich von den Erfahrungen und dem Sachverstand des interdisziplinären AAV-Teams, das die Unternehmen rechtlich und fachlich unterstützt.

 

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Postfach 80 01 47
45501 Hattingen

Werksstraße 15
45527 Hattingen

Ansprechpartnerin

Sabine Schidlowski-Boos M.A.

Telefon: 02324 5094-30
Telefax: 02324 5094-70

E-Mail: s.boos@aav-nrw.de