AAV feiert mit rund 180 Gästen seinen 30. Gründungstag

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser gratulierte dem Verband und unterstrich seine wichtige Rolle für den kooperativen Umweltschutz und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen

Frauen und Männer der ersten Stunde, zahlreiche Weggefährten und Unterstützer aus drei Jahrzehnten sowie Vertreter aus Kommunen, Wirtschaft und Landespolitik waren der Einladung des Verbands für Flächenrecycling und Altlastensanierung – AAV gerne gefolgt und überbrachten in der Geschäftsstelle in Hattingen persönlich ihre Glückwünsche. Hier, in Sichtweite der historischen Henrichshütte, bezog der AAV 1989 die Räume seiner Geschäftsstelle, nachdem er 1988 per Landesgesetz gegründet worden war.

Die Gefahrenabwehr durch Altlastensanierungen stand anfangs im Mittelpunkt der Verbandstätigkeit. Heute sind die Aufgaben und Kompetenzen des AAV deutlich vielfältiger. So rückte im 30. Jahr des Bestehens endgültig das Flächenrecycling in den Kern seiner Aufgaben: Im Sommer dieses Jahres verlängerte das Land das Sonder-Förderprogramm „Identifizierung und Mobilisierung von Brachflächen für Flüchtlingsunterkünfte und für dauerhaften Wohnraum“ um zwei Jahre. Insgesamt stehen dem AAV, der mit der Durchführung des Programms beauftragt ist, zusätzlich 9,2 Millionen Euro dafür zur Verfügung, vormals genutzte Flächen wieder fit zu machen für eine neue Nutzung. Die Nachfrage ist groß: Mehr als 90 Städte informierten sich bereits über das Programm oder stellten konkrete Projektanträge. In Eschweiler, Sendenhorst, Krefeld, Hemer, Bergneustadt, Bochum, Netphen, Schmallenberg und Hamm wird der AAV Flächen für den Wohnungsbau reaktivieren.

„Der AAV hat im Laufe der vergangenen 30 Jahre große Erfahrungen mit komplexen Projekten gesammelt. Es ist daher folgerichtig, dass das Aufgabenspektrum des AAV erweitert wurde“, sagte Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen in ihrem Grußwort zum runden Verbands-Geburtstag. „Die Regierungsparteien in NRW haben in ihrem Koalitionsvertrag 2017–2022 festgeschrieben, dass die Aufbereitung von industriell vorbelasteten Brachflächen durch Flächenrecycling eine der wichtigen Zukunftsaufgaben ist.“

„Das Sonder-Förderprogramm hat starke zusätzliche Impulse gegeben“, erklärte dazu AAV-Geschäftsführer Dr. Roland Arnz. „Allerdings setzte ja bereits die Novellierung des AAV-Gesetzes im Jahr 2012 den Schwerpunkt unserer Arbeit stärker auf das Flächenrecycling. Inzwischen steht bei den Projekt-Anmeldungen aus den Kommunen das Flächenrecycling ganz klar im Vordergrund, so dass mehr als die Hälfte aller aktiven AAV-Projekte derzeit das Ziel haben, eine vormals genutzte Fläche für eine neue Nutzung zu ertüchtigen.“

In der Podiumsdiskussion der Festveranstaltung tauschte sich die Ministerin über diese Zukunftsaufgaben mit dem Rainer Deppe, Mitglied des Landtages und des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, mit Simone Raskob, Verbandsvorsitzende und Umweltdezernentin der Stadt Essen, mit Dr. Jochen Rudolph, langjähriger Verbandsvorsitzender und ehemaliger Verantwortlicher für Umwelt bei der Evonik Degussa GmbH, und mit Dr. Roland Arnz aus.

Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass der AAV auch während der kommenden 30 Jahre eine zentrale Rolle bei Altlastensanierungen und beim Flächenrecycling spielen wird. Simone Raskob: „Bis heute konnte der Verband insgesamt 65 Projekte abschließen. Zusammen mit dem Sonder-Förderprogramm für bezahlbaren Wohnraum hat der AAV aktuell 64 Projekte in ganz Nordrhein-Westfalen in Arbeit. Und der Bedarf an finanzieller und personeller Unterstützung, die der AAV in seinen Projekten einbringt, ist unverändert hoch und steigt weiter.“

Dr. Jochen Rudolf ergänzte: „Der AAV funktioniert und er funktioniert erfolgreich. Der Verband ist sehr gut aufgestellt für die Anforderungen der Gegenwart und der Zukunft – besonders im Hinblick auf die bessere Nutzung urbaner Räume und die wirksame Rückführung des Flächenverbrauchs. Wenn es den AAV nicht gäbe, müsste man ihn erfinden.“

Weitere Informationen zum AAV-Jubiläum unter: www.30jahre.aav-nrw.de

Ursula Heinen-Esser
Umweltministerin Ursula Heinen-Esser gratulierte dem AAV