Hochleistungstextil für die Adsorption von Chromat

Boden und Grundwasser sind an vielen alten Industriestandorten mit unterschiedlichsten umweltgefährdenden Stoffen kontaminiert. Bei Schwermetallbelastungen hat das lösliche und sehr mobile Chrom (VI) eine herausragende Bedeutung wegen seiner hohen Toxizität und Karzinogenität. Sofern ein Sanierungsbedarf gegeben ist, müssen oftmals Maßnahmen zur Altlastensanierung eingeleitet werden, die sowohl eine Bodensanierung durch Bodenaustausch als auch eine Grundwassersanierung beinhalten können. Für die Reinigung Chrom(VI)-belasteter Grundwässer kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Ionenaustauscher verursachen wegen der notwendigen Regenerierung der Harze sowie der Entsorgungskosten für die Konzentrate hohe Kosten. Alternativ dazu kann das sechswertige Chrom auch mittels Natriumdithionit reduziert und das dreiwertige nicht toxische Chrom mit speziellen Absorbern aus dem Wasser entfernt werden.

Effiziente, wiederverwertbare und preiswerte Adsorbentien fehlen immer noch. Für diese Anwendung wurde im Rahmen eines vom AAV geförderten F&E-Vorhabens ein preiswertes und wiederverwertbares Chromat-adsorbierendes Material auf der Basis von modifizierten Polyesterfasern entwickelt, wobei diese Modifikation mit Standardindustrieprozessen durchgeführt werden kann. Man erhält ein langlebiges, beständiges und wiederverwendbares Hochleistungstextil für die Adsorption von Chromat, selbst auch aus hochbelasteten Grundwässern, mit dem man die Konzentration bis unter die von der WHO für Trinkwasser empfohlene Konzentration von 50 µg/L senken kann. Die Adsorptionsleitung und Kinetik wurde bei unterschiedlichen pH-Werten sowohl mit reiner Chromat-Lösung als auch mit kontaminiertem Grundwasser untersucht.

Weitere Informationen zum Artikel von Thomas Mayer-Gall, Klaus Opwis und Jochen S. Gutmann im Journal of Materials Chemistry A unter:

http://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2014/ta/c4ta04212c#!divAbstract

 

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