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Altlastensanierung
 


In der Vergangenheit war zunächst die Gefährlichkeit vieler Stoffe, die als Roh-material in das Produkt eingingen oder als Hilfs- und Betriebsstoffe bei der Produktion angewandt wurden, nicht bekannt. Durch Unfälle, Handhabung und "Kleckerverluste" konnten derartige Stoffe in den Boden gelangen, wobei man diesen Vorgängen zunächst keine besondere Bedeutung zugemessen hat. Auch über den Austritt von Schadstoffen bei der Ablagerung von Abfällen lagen keine oder nur geringe Kenntnisse vor. Erst später wurde die Verbindung zwischen solchen Stoffen einerseits und einer Beeinträchtigung der menschlichen Gesund-heit sowie der gesamten Umwelt durch diese Stoffe andererseits offensichtlich.

Die Auswirkungen waren nicht nur in der Industrie zu beobachten, sondern auch bei weiterverarbeitenden Betrieben. Die Suche nach gefährlichen Stoffen in der Umwelt, die sich schädigend auf die menschliche Gesundheit sowie auf Tiere und Pflanzen (Schutzgüter) auswirken konnten, begann ebenso wie ausführliche, umfangreiche Untersuchungen über die Wirkungsmechanismen und Gefähr-dungspotentiale dieser Stoffe. Parallel dazu mussten Probennahmeverfahren und Analysenmethoden (weiter-)entwickelt werden, denn was nicht nachzuweisen war, konnte auch nicht beurteilt werden. Heute weiß man genug, um die Sünden der Vergangenheit zu erkennen und daraus die Notwendigkeit für Sanierungsmaß-nahmen abzuleiten.

 

 

Gefährdungspotential 

 
Grundsätzlich muss hinsichtlich der Gefahrenbeurteilung berücksichtigt werden, über welchen Wirkungspfad eine Schädigung von Menschen oder schutzwürdigen Gütern erfolgen kann. Eine Übertragung von Gefahren aus Altlasten findet durch unmittelbaren Kontakt (z. B. orale Aufnahme, Berührung durch die Haut), durch Pflanzen und Tiere und damit über die Nahrungskette, durch die Luft (Ausgasung, Winderosion) sowie, wenn Schadstoffe aus dem Boden ausgewaschen werden, durch Wasser (Grund-, Oberflächen-, Trinkwasser) statt.
 
Wirkungspfad 
 
Der Weg eines Schadstoffes von der Schadstoffquelle bis zu dem Ort einer mög-lichen Wirkung auf ein Schutzgut wird als Wirkungspfad bezeichnet.
 
Man unterscheidet zwischen folgenden verschiedenen Wirkungspfaden: 
  • Boden-Mensch
  • Boden-Nutzpflanze
  • Boden-Grundwasser
Bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden-Mensch unterscheidet man als Nutzungen
  • Kinderspielflächen,
  • Wohngebiete,
  • Park- und Freizeitanlagen,
  • Industrie- und Gewerbegrundstücke
und bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze die Nutzungen 
  • Ackerbau, Nutzgarten
  • Grünland
Bei Untersuchungen zum Wirkungspfad Boden-Grundwasser ist nicht nach der Art der Bodennutzung zu unterscheiden.